Regionale Schule mit Grundschule Vellahn
Eritrea zu Besuch in Vellahn

 

Außergewöhnlicher Besuch am vergangenen Freitag (23.01.2015) an der Vellahner Grundschule: Bereits zum zweiten Mal waren Mulue und Jonas bei ihren kleinen Freunden der vierten Klasse zu Gast. Die beiden jungen Männer kamen im Jahr 2013 als minderjährige unbegleitete Flüchtlinge aus Eritrea nach Deutschland. „Kennengelernt habe ich Mulue und Jonas seinerzeit dadurch, dass ich ihnen im Kinder- und Jugendwohnheim des Internationalen Bundes in Boizenburg drei Stunden Deutschunterricht pro Woche erteilt habe“, sagt Heike Schmidt, Grundschullehrerin in Vellahn. Seitdem ist nun schon mehr als ein Jahr vergangen und der Wissendurst der beiden mittlerweile volljährigen Männer nach wie vor ungebrochen. Am Freitag fielen sie lediglich wegen ihrer Hautfarbe und Körpergröße in der Klasse auf, ansonsten lernten sie gemeinsam mit den Viertklässlern wissbegierig die Rechtschreibung und Grammatik der deutschen Sprache. „Schon von Beginn an war ich begeistert, mit welch einer Schnelligkeit Mulue und Jonas die für sie fremde und schwere Sprache erlernen. Dabei hatten meine Grundschüler zu keinem Zeitpunkt Berührungsängste, obwohl Mulue und Jonas seinerzeit nur wenig deutsch sprachen“, ist Heike Schmidt von der schnellen Integration der beiden ehemaligen Flüchtlinge aus dem afrikanischen Eritrea begeistert. Mulue und Jonas erzählten den Viertklässlern am Freitag von ihren Wünschen und Träumen: Ganz oben auf der persönlichen Wunschliste stehen ein Schulabschluss sowie der Besuch einer Berufsschule für die spätere Ausübung eines Berufes, um ihr Leben hier in Deutschland selbstständig bestreiten zu können. In Eritrea ist der Schulbesuch leider keine Selbstverständlichkeit, denn das im Nordosten Afrikas gelegene Land mit etwa sechs Millionen Einwohnern und einer Größe von 117 600 Quadratkilometern gehört zu den zehn ärmsten Ländern der Welt überhaupt. Über ihre mehr als ein dreiviertel Jahr andauernde und beschwerliche Flucht aus ihrem Heimatland sprechen die beiden nicht gerne. Die Viertklässler haben die beiden trotzdem in ihr Herz geschlossen und freuen sich schon jetzt auf einen nächsten Besuch in naher Zukunft.

 

Text und Foto: Tilo Röpcke

 

 

 

 

        

 

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